"Es ist also der Durchgangsort der empfangenen und zurückgegebenen Bewegungen, der Bindestrich zwischen den Dingen, welche auf mich wirken, und den Dingen, auf welche ich wirke [...]" (Henri Bergson) Manchmal treten Ereignisse ein, die die Lebensumstände in einer Epoche für immer verändern. Ereignisse wie der Fall der Mauer, die kubanische Raketenkrise oder 9/11 hatten gleichermassen reale wie symbolische Auswirkungen auf die Vorstellungskraft der westlichen Zivilisation. Deren soziale, geopolitische und kulturelle Folgen haben unsere Welt für immer verändert. Wie kommt es, dass diese Ereignisse trotz aller Strategien, Szenarien, Aufzeichnungs- und Auswertungssysteme so unvorhersehbar bleiben? Gibt es irgendeine Form ethischer oder moralischer Teleologie in diesem globalen, klimakulturellen Transformationsprozess? Wie könnte sich eine solche Verschiebung in der Psychologie der Wahrnehmung langfristig auswirken? Können wir schon sehen wie alles enden wird?
Täglich werden die Charts des globalen Temperaturanstieg aktualisiert, erreichen uns Nachrichten über den Streit um die natuerlichen Ressourcen im Norden, erhöhtes Risiko fuer ökologische Mutationen, ...
Die Arktis ist in ihrer zentralen Bedeutung als geokulturelles Gebiet unseres Planeten nach wie vor verkannt. Einerseits herrscht die Illusion eines grenzenlosen Ortes vor, dessen Ressourcen für den globalen Energiebedarf verfügbar werden.
DEEP NORTH. Die Polkappen schmelzen. Der Meeresspiegel steigt. Die Wüste wächst. Naturkatastrophen, Klimakriege und Migrationsbewegungen verschärfen sich.
Wir stellen uns vor: Der Meerspiegel steigt, die Spree tritt über die Ufer. Wie die Arche Noah treibt das Haus der Kulturen der Welt als Rettungfloß durch die neue Berliner Sumpflandschaft. Mit dem Klimawandel wird sich nicht nur die Umwelt verändern, sondern auch unsere Art, Raum wahrzunehmen und zu nutzen. Wird das Flüchtlingslager als temporäre Agglomeration zum Stadtmodell der Gesellschaft im Übergang?