Die Transmediale 09 blickt auf den Klimawandel. Petko Dourmana kann ihn sich genau vorstellen
Von Sebastian Preuss
Schon die Vorstellung ist ein Grauen: Auf die Klimaerwärmung folgt ein nuklearer Winter. Die Sonne scheint nicht mehr, die Welt ist dunkel. Ganze Vegetationen sterben ab, viele Tiere auch. Wie soll der Mensch hier überleben? Noch ist unsere Furcht vor dem Klimawandel eher diffus, deshalb hat Petko Dourmana schon einmal ein detailliertes Szenario entworfen, wie wir uns dereinst der Finsternis anpassen müssen.
Die Transmediale im Haus der Kulturen blickt auf die Welt nach dem Klimawandel
Von Tobias Riegel
Die Zukunft ist kühl, öde und stockfinster. Ein nuklearer Winter hat die Sonne verdunkelt, die technische Entwicklung ist auf dem Stand der Wende zum 20. Jahrhundert. Zur Orientierung in dieser Finsternis benötigt man ein Nachtsichtgerät. So zumindest sieht die Vision des Installationskünstlers Petko Dourmana aus, die er »Post-Erderwärmungs-Überlebens-Set« nennt. Gezeigt wird sie auf der gestern eröffneten Ausstellung »Survival and Utopia: Visions of Balance in Transformation« im Haus der Kulturen der Welt.
Medienkunst-Festival transmediale in Berlin eröffnet
Von Carsten Probst
In Berlin ist am Dienstag die "transmediale.09" eröffnet worden. Das Festival für Kunst und digitale Kultur zeigt unter dem Thema "Deep North" Performances, Installationen und Konzerte, die sich mit den Auswirkungen des Klimawandels auf die Kultur beschäftigen. So zeigen einige Arbeiten, wie der Kampf um Ressourcen die Kommunikation verändert oder die Wahrnehmung von Umwelt.
Unter dem Titel „Deep North“ lenkt das Festival den Blick der Besucher auf die Phänomene des Klimawandels mit seinen kulturellen, gesellschaftlichen und philosophischen Konsequenzen. Projekt Zukunft sprach mit Stephen Kovats, dem Architekten und künstlerischen Leiter der Transmediale, über die Bedeutung der Transmediale, die Notwendigkeit solcher Festivals und den Wunsch, die unsichere Struktur der Transmediale stabiler zu machen.
Software-Müllsammlung, Kunst aus überflüssiger Materie, Interaktion, Überraschung: Das ist das jährlich stattfindende Festival „transmediale“. Nicht nur Elektronik-Nerds, digitalen Nomaden der Gegenwart, Medienmenschen, Musikmaniacs und Freunden des bewegten Bildes sei die Schau ans Herz gelegt. Wenn auch nur temporär, beschäftigen sich etliche internationale Künstler und Architekten mit dynamischen und statischen Räumen und Architektur.
"Deep North" lautet das ungewöhnliche Thema der diesjährigen transmediale, das in Berlin angesiedelte Festival für Kunst und digitale Kultur. Diskutiert werden die kulturellen Konsequenzen eines Themas, das inzwischen nahezu alle Aspekte des Lebens beherrscht: der Klimawandel.
Vom Nordpol lernen: Wie auf der Transmediale die materielle Welt schmilzt und uns rettet. Dabei geht es nicht um die Klimakatastrophe, sondern um eine Geisteshaltung.
von Kolja Reichert und Claudia Funke
Einst lag im Norden die Grenze, das Ende der Zivilisation. Ein Sehnsuchtsort. Jetzt, wo das Eis taut, ist die Zivilisation selbst bedroht. Doch dahinter öffnet sich eine neue Welt. "Deep North", der Titel der diesjährigen Transmediale, ist keine geografische Bezeichnung, wie der künstlerische Leiter Stephen Kovats betont. Es gehe nicht um die Klimakatastrophe, sondern um eine Geisteshaltung. Um die Möglichkeit, den globalen Herausforderungen mit kulturellem Wandel zu begegnen.