Auf diesen Seiten stellen wir Ihnen Pressemitteilungen, Bilder und einen regelmäßigen Newsletter zum Download zur Verfügung. Alle Informationen und Bilder werden laufend aktualisiert. Weitergehende Fragen beantworten wir Ihnen gern.
Für ihre Installation "Tantalum Memorial" haben Graham Harwood, Richard Wright und Matsuko Yokokoji den ersten Preis der transmediale 2009 erhalten. Das Festival für Kunst und digitale Kultur, das am Sonntag in Berlin zu Ende ging, würdigte damit ein Mahnmal "für die drei Millionen Toten aus den Kongo-Kriegen des letzten Jahrzehnts um den Rohstoff Coltan, der für den Bau von Mobiltelefonen benutzt wird und wertvoller ist als Gold".
Die Transmediale hat sich am Klimawandel verhoben
Von Sebastian Preuss
Die Inuit sehen den Klimawandel jeden Tag, dafür brauchen sie keine wissenschaftlichen Vorhersagen. Die Sonne steht höher und geht anderswo unter als früher, die Nordwinde kommen nicht mehr von Norden. Auch haben sie früher kaum je einen Eisbär gesehen; heute kommen diese fast täglich in die Dörfer. Paul Quassa, selbst ein Inuit aus Nordkanada und als Sprecher dieser Gemeinschaft aktiv, berichtete ganz unmittelbar aus dem "Deep North" - wie das Motto der diesjährigen Transmediale lautete.
Beim Berliner Festival für Kunst und digitale Kultur, transmediale, wurden am Samstagabend die britischen Medienkünstler Graham Harwood, Richard Wright und Matsuko Yokokoji mit dem mit 5.000 Euro dotierten transmediale-Award ausgezeichnet. Ihre Installation "Tantalum Memorial" ist ein Denkmal für die fast vier Millionen Toten aus den Kongo-Kriegen des letzten Jahrzehnts, die zu guten Teilen aus dem Abbau des Rohstoffes Coltan finanziert wurden. Coltan wird unter anderem für den Bau von Mobiltelefonen und Spielekonsolen verwendet.
Von der transmediale, dem "Festival für Kunst und digitale Kultur", erwartet man Visionäres oder zumindest Inputs, die originell sind. Die Podiumsdiskussion "Shift, Break, Control" zwischen den Ökonomen Claudia Kemfert (DIW), Lorenz Petersen (GTZ) und dem Essener Sozialpsychologen Harald Welzer zeigte, warum viele Aktivisten davon ausgehen, dass relevante Lösungsvorschläge für die drängenden Probleme und Krisen unserer Zeit im nichtstaatlichen und nichtwissenschaftlichen Bereich und/oder in den Länden des Südens zu suchen sind.