Der durch die Polizei verschuldete Tod eines 15 jährigen Jungen führt zu Aufständen in Griechenland – Der tragische Unfall eines Bauarbeiters entzündet die explosive Stimmung in Delhi... Ist das die gegenwärtige politische Ordnung: tragische Unfälle als neuer Standard? "Wenn ein Cartoon aus einem Land in einem anderen Land für den Tod eines Menschen verantwortlich sein kann", so Atteqa Malik, "dann sollte auch die politische Praxis so organisiert warden, dass sie grenzüberschreitend funktioniert."
Können wir weiterhin aus einer institutionalisierten Position heraus nach Lösungen suchen, wenn die Institutionen selbst zum Teil des Problems geworden sind? Das ist die zentrale Fragstellung, der wir hier nachgehen. Claudia Kemfert wird erklären was es bedeuten könnte, vom Klimaschutz als einem Wirtschaftsfaktor der Zukunft zu sprechen. Lorenz Petersen schlägt vor, sich weniger an den Rohstoffen selbst orientiert als vielmehr das nachgelagerte Produktions- und Vertriebssystem ökologisch zu verändern.
In Kooperation mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen
Täglich werden die Charts des globalen Temperaturanstieg aktualisiert, erreichen uns Nachrichten über den Streit um die natuerlichen Ressourcen im Norden, erhöhtes Risiko fuer ökologische Mutationen, ...
Die Arktis ist in ihrer zentralen Bedeutung als geokulturelles Gebiet unseres Planeten nach wie vor verkannt. Einerseits herrscht die Illusion eines grenzenlosen Ortes vor, dessen Ressourcen für den globalen Energiebedarf verfügbar werden.
Die nördlichen Eisregionen unserer Erde bilden den Lebensraum für die mehr als 4000 Jahre alte Kultur der Inuit. Sie leben von der Jagd und haben sich an die extremen Umweltbedingungen angepasst. Der Klimawandel und das geopolitische Tauziehen um den Nordpol verändert ihren Lebensraum jedoch radikal und verschiebt nachhaltig ihr kulturelles Selbstverständnis und das gesellschaftliche Gefüge. Ausgehend vom DEEP NORTH der Inuitkultur diskutiert die transmediale.09 Konferenz die Grenzen industrieller Routinen, ökonomischer und politischer Handlungsräume. Making / Thinking: The Cultural Tomorrow wirft die Frage nach alternativen kulturellen Strategien und Handlungsebenen auf. Wie können wir unsere globale, klimakulturelle Zukunft definieren?
SLUM TV: Biki Kangwana, Alexander Nikolic
SLUM TV ist ein Medienkollektiv aus dem Slum von Mathare, Kenia, welches das alltägliche Leben der
Bewohner vor Ort dokumentiert. In ihren realistischen, liebevollen und manchmal tragischen Filmen entlarven sie die Klischees und Stereotypen, die sich in dem Sensationsmedium Fernsehen festgesetzt haben. Biki Kangwana, ein Mitglied von SLUM TV, diskutiert mit den Salongästen über die Identität, das Selbstverständnis und das politische Bewusstsein dieser Menschen.
Biki Kangwana (SLUM TV) in Berlin, online with Alexander Nikolic (Nairobi)
slum-tv.info
Project Discussion: Esther Polak, nomadicMILK
Esther Polak diskutiert ihr Projekt NomadicMILK, in dem sie den Vertrieb und Verkauf von Milchprodukten unterschiedlicher Händler in Nigeria kritisch vergleicht.
nomadicmilk.net
Eléonore Hellio, Dicoco Boketshu (Kinshasa), Dominique Malaquais, Thomas Lucas (Berlin) / MOWOSO - Mikili Way
In einer Welt, die im Krieg liegt und von Ignoranz, postkolonialer Politik und Vorurteilen bestimmt wird, gibt es nur wenige Möglichkeiten für einen Austausch. Mikili ist ein Ort der kulturellen Begegnung. Unsere Absicht ist es, Berlins transmediale und Kinshasa, Hauptstadt der demokratischen Republik Kongo, zu defragmentieren und auszutauschen. MOWOSO, ein in Kinshasa ansässiges transmediales Kollektiv wird dies ermöglichen. Mikili ist ein audiovisuelles Live-Interface: Über Screens, Chats, Videos, Fiktion und Narration wird das globale Satellitensystem durch unsere soziale Interaktion herausgefordert.
eternalnetwork.org/mowoso
Special guest: Jaromil discussing Coltan and Blood (Award)
Tantalum Memorial
Die Installation ist ein Mahnmal für die drei Millionen Toten aus den 'Koltankriegen' im Kongo
(Siehe Ausstellung & Award)
Ressourcen und traditionelle Energieträger sind limitiert, die Warnsignale der Klimaerwärmung werden immer eindringlicher. Wie steht es aber um den Umgang mit Werten und der Verantwortungsbereitschaft in unserer Gesellschaft?
Indem die Kreativindustrie wirtschaftlich immer mehr an Bedeutung gewinnt, wird auch die Bedeutung der Kunst für die Entwicklung einer dynamischen, innovativen und aufgeklärten digitalen Kultur stets deutlicher.
Der Klimawandel ist in seinen Ursachen und physikalischen Auswirkungen ein Gegenstand der Naturwissenschaften. In der Komplexität und Unüberschaubarkeit seiner Folgen aber ist er ein zentraler Gegenstand der Sozial- und Kulturwissenschaften. Im Klimawandel liegt nicht nur die Chance, überkommener Standards des Lebens und Handelns, sondern eben auch neue institutionelle und individuelle Formen von Kooperation und Kulturtechniken zur Bewältigung der weit reichenden Gefährdung zu entwickeln. Wo liegen die Chancen und Möglichkeiten, den zerstörerischen Dynamiken schöpferische Elemente entgegenzusetzen? Was bedeutet den Klimawandel als einen kulturellen Wandel zu begreifen? Welche neuen Möglichkeiten eröffnet ein kultureller, künstlerischer Ansatz?
In Kooperation mit dem Kulturwissenschaftlichen Institut Essen