Wie wäre es, wenn wir uns plötzlich mit einem Kafkaesken Internet herumschlagen müssten, einer Situation, in der die ganze Online-Kommunikation plötzlich auf Emoticons reduziert und Text plötzlich unlesbar wäre, weil zu viele Algorithmen sich bei der Auswahl unzensierter Worte gegenseitig in die Quere gerieten?
Diese Ideen verfolgt Ursula Endlicher in interACTicons, einem dreiteiligen Projekt aus Online-Archiv, Workshops und finaler Performance, für das sie JPGs, GIFs und Videos sammelt, um unsere Online-Gewohnheiten nicht nur zu visualisieren, sondern eben auch gleich performativ darzustellen.
Dorothy of the Day ist das Soloprojekt der australischen Sängerin Rachel Holmshaw. Inspiriert von Hollywood Musicalfilmen aus den 1930ern webt die Sängerin nur mit der eigenen Stimme und einem Loop-Pedal vielschichtige, sich ganz behutsam verschiebende, nostalgisch-träumerische Klanglandschaften.
Eosin glaubt an ANALOG+DIGITAL anstelle von ANALOG vs. DIGITAL. Self-Reproduction Loops ist ein Tribut an die Rillen (engl. grooves) der Vinylschallplatte, an ihr Knacken und Klicken, ihr Springen und Knallen. Eosin arbeitet mit aufgezeichneten Vinyl-Geräuschen und Loops als Ausgangmaterial für Live-Improv Auftritte, in denen sie diese voraufgenommene Klangebene um eine DJ-Ebene erweitert. Aus dieser Kombination entstehen unvorhersehbare Kompositionen, in denen jeder Klang über sein ursprüngliches Wesen als Noise oder Loop hinauswächst und in der Klanggesamtheit aufgeht.
Diese audiovisuelle Performance ist eine Hommage an die Geschichte der Schallplattenexperimente. Bei TOUR de VINYL wird durch die Zusammenführung des Schallplattenspielers mit dem Trimmrad aus dem Reproduktionsapparat eine Junggesellenmaschine à la Marcel Duchamp: der Discjockey2000 – ein eigenwilliges Musikinstrumentarium zur Erzeugung unvergleichlicher analoger Klänge.
In dieser Live-Performance geremixter, audiovisuell manipulierter und zeitlich stark komprimierter Kinofilme, lenkt das Trio Fair Use unsere Sinne auf sich immerzu beschleunigende Kultur, von der wir umgeben sind. Mit den Bildern und Sountracks der drei Filme Der Zauberer von Oz, Schneewittchen und Kubrick's 2001 spielt dieses Improv-Set mit unserem eigenen Filmgedächtnis und hinterfragt besonders Aspekte der Ausbildung eines Ich in einem unbekannten Universum.
Ein Workshop für Kinder, der mit dem Bau eines einfachen elektronischen Musikinstruments das Grundprinzip der Tonerzeugung digitaler Wiedergabegeräte erklärt. Dabei wird das nötigte Grundwissen geliefert, ein kreativer Umgang mit Technik vermittelt und gezeigt, wie sich die eigenen Klangvorstellungen realisieren lassen.
In dieser Solo-Performance fungieren zwei Overheadprojektoren als analoges VJ-Tool. Aus einer Kombination manueller Klangerzeugung und automatisierter Mechanik erwachsen subtile, polyrhythmische Klänge. Bild und Musik verschmelzen dank des fulminanten Farb- und Lichtspiels auf den Leuchtflächen der Projektoren.
Daito Manabe hat ein 'Gesichtsinstrument' geschaffen, bei dem er die Gesichter von Menschen im Rhythmus zu Musik mit Eletroschocks stimuliert und so künstlich bewegt. In diesem Workshop haben Teilnehmer die Gelegenheit gegenseitig ihre Gesichter zu "hacken" und damit Erfahrungen jenseits natürlicher Gesichtsmimik zu machen.