In diesem Keynote-Gespräch (Track 2) diskutieren die Philosophen Franco Berardi und Maurizio Lazzarato die neue Dimension der Bio-Ökonomie als eine Ökonomie des Lebens, die mit den gegenwärtigen Bedingungen der digitalen Netzwerke entsteht.
Derzeit erleben wir eine immer stärkere Biologisierung der Medien. Unsere Handlungs- und Reaktionsmuster werden in dieser 'biomedialen' Umwelt sensorisch, taktil und emotional mit eingebunden: Computer und Gehirn als eine Synthese.
Die Teilnehmer dieser Fokus-Diskussion sprechen einerseits über die Auswirkungen solcher Prozesse auf unseren biologischen und sozialen Körper, andererseits darüber, welche künstlerisch-experimentellen Selbstermächtigungsstrategiensolcher Re-Modellierungen es bereits gibt.
Die Entscheidung des Berliner Intendanten Hans Flesch, im Radio Musik nicht live, sondern von Schallplatten zu senden, löst 1930 eine breite Kontroverse aus, an der sich zahlreiche prominente Zeitgenossen beteiligen. Ab den 1950ern wird die „Liveness“ von massenmedialen Informationen als künstlerisches Material für eine Ästhetik der „Indeterminacy“ entdeckt. In den 1960ern widmen sich sowohl Nam June Paik wie Umberto Eco der „Liveness“ des Fernsehens.
In den letzten Jahren war die Free Culture-Bewegung sehr stark auf die Entwicklung von alternativen Rechte- und Lizenzsystemen fokussiert. Entsprechende ökonomische Bezugsgrößen außerhalb des klassischen Businessplans sind allerdings jetzt erst so richtig in Gang gekommen: Crowdsourcing, Microfunding und Shared Economy – neue Schlagwörter einer Gesellschaft, die sich nicht mehr allein auf kapitalistische Prinzipien verlassen will. Trotzdem gibt es auch viele Fragen – zum Beispiel wie man „freie“ kulturelle Services in eine ökonomische Währung konvertieren kann.