Wie wäre es, wenn wir uns plötzlich mit einem Kafkaesken Internet herumschlagen müssten, einer Situation, in der die ganze Online-Kommunikation plötzlich auf Emoticons reduziert und Text plötzlich unlesbar wäre, weil zu viele Algorithmen sich bei der Auswahl unzensierter Worte gegenseitig in die Quere gerieten?
Diese Ideen verfolgt Ursula Endlicher in interACTicons, einem dreiteiligen Projekt aus Online-Archiv, Workshops und finaler Performance, für das sie JPGs, GIFs und Videos sammelt, um unsere Online-Gewohnheiten nicht nur zu visualisieren, sondern eben auch gleich performativ darzustellen.
In dieser Live-Performance geremixter, audiovisuell manipulierter und zeitlich stark komprimierter Kinofilme, lenkt das Trio Fair Use unsere Sinne auf sich immerzu beschleunigende Kultur, von der wir umgeben sind. Mit den Bildern und Sountracks der drei Filme Der Zauberer von Oz, Schneewittchen und Kubrick's 2001 spielt dieses Improv-Set mit unserem eigenen Filmgedächtnis und hinterfragt besonders Aspekte der Ausbildung eines Ich in einem unbekannten Universum.
Ein Workshop für Kinder, der mit dem Bau eines einfachen elektronischen Musikinstruments das Grundprinzip der Tonerzeugung digitaler Wiedergabegeräte erklärt. Dabei wird das nötigte Grundwissen geliefert, ein kreativer Umgang mit Technik vermittelt und gezeigt, wie sich die eigenen Klangvorstellungen realisieren lassen.
Arjen Mulder´s neues Buch From Image to Interaction: Meaning and Agency in the Arts (2010) rekonstruiert traditionelle Kunstgeschichte indem es die Wurzeln und Zukunft interaktiver Medienkunst beleuchtet. Mulder bietet eine umfangreiche Interpretation interaktiver Kunst seit den 1960ern und zeigt dabei, dass es dabei nicht nur um die aktive Einbindung des Publikums („Verhaltensinteraktivität“) sondern auch um die Entwicklung neuer Formen und Strukturen („formale Interaktivität“) geht, welche die Voraussetzung für eine neue Welt schaffen.
Welche Ästhetik prägt die Kunst im Netzwerkzeitalter? Wie verändert massenhafte Kollaboration die Auffassung von Autorenschaft in der Kunst? Wie verändert Mikro-Unterstützung die Produktions- und Distributionsbedingungen von Kunst?
Das Screening zu The Future of Art greift solche und andere Fragen auf und versteht sich als Einladung zur Diskussion. Das gezeigte Video ist ein Rough Cut des auf der transmediale.11 gefilmten Materials und Teil des ortsspezifischen Kreationsprozesses Immediated Autodocumentary.
Global Voices Online ist eine weltweite Blogger-Community, die zum Schutz der Informationsfreiheit Online-Bürgermedien und digitalen Aktivismus zumeist nichteuropäischer oder nordamerikanischer Kontexte aufmerksam verfolgt. In diesem Workshop erklären Sami Ben Gharbia und Solana Larsen, die inneren Zusammenhänge, Erfolge und wichtigsten Herausforderungen von Global Voices Online und deren Unterbereiche.
Dieser Walk-In Workshop bietet Gelegenheit, die Betreiber der Open Knowledge Foundation, einer in Großbritannien ansässigen Non-Profit, die seit Mitte 2010 auch in Deutschland operiert, kennenzulernen. Daniel Dietrich, der Vertreter der OKF Deutschland zeigt Beispiele, wo die Stiftung bereits zu offenen Standards verholfen hat. Die Teilnehmer lernen verschiedene Möglichkeiten des Wissenstransfers und -zugangs kennen.
Im Mittelpunkt dieses Workshops steht, wie man öffentlich zugängliche, offene Daten und gesammelte Daten im Hinblick auf Kunst und Design für politisches Engagement nutzen kann. Teilnehmer lernen kreative Strategien zur Sammlung von Daten kennen und erhalten praktische Tips bezüglich Informationsgesetze sowie zahlreiche Beispiele dafür, wie Künstler, Designer und Aktivisten Daten nutzen und darstellen. Teilnehmer arbeiten nicht nur direkt mit rohen Daten, sondern erfahren auch, wie weit gefasst man überhaupt von Daten sprechen kann.
Neue Ausdrucksformen, neue Dimensionen für Zeit und Raum, neue Semantiken für Beziehungen und Verbundenheit - all diese Faktoren bestimmen das Aufkommen neuer Methoden durch welche Emotionen ausgedrückt oder erlebt, verbreitet oder beobachtet werden können. Über eigens in diesem Workshop entwickelte tragbare Kommunikationsgeräte sollen Emotionen zwischen Teilnehmern sensuell kommunizierbar sein.