Dorothy of the Day ist das Soloprojekt der australischen Sängerin Rachel Holmshaw. Inspiriert von Hollywood Musicalfilmen aus den 1930ern webt die Sängerin nur mit der eigenen Stimme und einem Loop-Pedal vielschichtige, sich ganz behutsam verschiebende, nostalgisch-träumerische Klanglandschaften.
In dieser Solo-Performance fungieren zwei Overheadprojektoren als analoges VJ-Tool. Aus einer Kombination manueller Klangerzeugung und automatisierter Mechanik erwachsen subtile, polyrhythmische Klänge. Bild und Musik verschmelzen dank des fulminanten Farb- und Lichtspiels auf den Leuchtflächen der Projektoren.
Daito Manabe hat ein 'Gesichtsinstrument' geschaffen, bei dem er die Gesichter von Menschen im Rhythmus zu Musik mit Eletroschocks stimuliert und so künstlich bewegt. In diesem Workshop haben Teilnehmer die Gelegenheit gegenseitig ihre Gesichter zu "hacken" und damit Erfahrungen jenseits natürlicher Gesichtsmimik zu machen.
Latent Figure Protocol ist eine Installation und ein wissenschaftliches Live-Experiment, das DNA-Proben zur Bildherstellung lesbarer Symbole nutzt. Während des Festivals findet sich Künstler Paul Vanouse mehrmals in seinem Bio-Art-Labor in der HacKaWay Zone ein, wo er seine Arbeit erklärt und auch sein Experiment durchführt. Die Ergebnisse dieser Sessions bleiben jeweils solange auch noch nach der Performance für das Publikum sichtbar, bis die Leuchtkraft der DNA wieder abgeklungen ist und der Prozess beim nächsten Mal wiederholt wird.
Vilém Flusser und Marshall McLuhan waren zweifellos die wichtigsten Denker des frühen Internetzeitalters. Beide sahen im Aufkommen elektronischer Bilder einen Cultural Turn voraus. Leider haben uns beide verlassen, bevor sie je wirklich die Veränderungen erleben konnten, die sie vorhergesagt haben. In diesem Screening wird selten gezeigtes historisches Video- und Filmmaterial gezeigt, in dem beide Theoretiker ihre mit dem Zeitalter technischer Bilder verknüpften Ängste und Hoffnungen schildern.
Das für den transmediale Award 2011 nominierte Projekt Serendipitor ist eine alternative Navigations-App für das iPhone, mit der man Dinge finden kann, während man eigentlich etwas Anderes sucht: Die App fügt kleinere Umwege und Verzögerungen in eine ansonsten optimierte und effiziente Route ein.
Besucher der transmediale.11 können die App testen, sie auf ihr iPhone herunterladen sowie an einigen mit glücklichen Zufällen gespickten Stadtspaziergängen teilnehmen.
Mobile Kommunikationstechnologien sind allgegenwärtig geworden. Mit ihrer Möglichkeit zur ständigen Konnektivität schaffen sie Informationsräume, die von der abwesenden Anwesenheit geprägt sind.
Die nomadische TRACES Lounge reagiert mit einem Raum für langsame Kultur, entspannte Interaktion und tiefere Austauschmöglichkeiten auf die Herausforderung, dass Künstler und Kuratoren meist höchst mobil arbeiten und leben müssen. Besucher sind eingeladen, sich hier im Rahmen der TRACES Live-Radiosendung und der TRACES ‘Open Zone Special Edition’ Gedanken zu machen, was es bedeutet, sich innerhalb der Free Culture und des Offenen Netzes zu bewegen.
Wie wäre es, wenn wir uns plötzlich mit einem Kafkaesken Internet herumschlagen müssten, einer Situation, in der die ganze Online-Kommunikation plötzlich auf Emoticons reduziert und Text plötzlich unlesbar wäre, weil zu viele Algorithmen sich bei der Auswahl unzensierter Worte gegenseitig in die Quere gerieten?
Diese Ideen verfolgt Ursula Endlicher in interACTicons, einem dreiteiligen Projekt aus Online-Archiv, Workshops und finaler Performance, für das sie JPGs, GIFs und Videos sammelt, um unsere Online-Gewohnheiten nicht nur zu visualisieren, sondern eben auch gleich performativ darzustellen.
In dieser Präsentation stellt Tobias Leingruber experimentelle und künstlerische Konzepte zum Hacken von Facebook vor, aus denen er dann eine Software bastelt, die User weltweit herunterladen und sharen können.
Mehr Information finden Sie beim Facebook Resistance Artist Workshop.